Rolf Müller aus München (Arzt für Naturheilverfahren) spezialisierte sich seit der Gesetzesänderung auf Cannabis als Medizin.

Er betreut deutschlandweit zahlreiche Patienten, die bei ihm natürliche Arzneimittel gegen Ihre Symptome verschrieben haben möchten.
Allerdings hatte vergangene Woche am 15.06.18 die Staatsanwaltschaft München (aufgrund eines vermeintlichen Mitarbeiter-Tipps) sämtliche Patientenakten beschlagnahmt.

Müller hat sich stets bemüht, mit den Behörden zu kooperieren. Die Betäubungsmittelrezepte lagert er sicher in seinem Safe und auch seine Tür zur Praxis hat ein zusätzliches Sicherheitsschloss. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung betonte Müller:

“Ich möchte nicht von Kiffern benutzt werden, um illegal an ein Rezept heranzukommen.“

Dies ist einer der Gründe, weshalb der Privatarzt sogar mit einem Anwalt zusammenarbeitet, der die Vorbefunde von Patienten auf Echtheit überprüft.
Einen Termin bei Herrn Müller bekommt man nur, wenn eine Kopie des Personalausweises vorgelegt wird und unterschreibt, dass Arztberichte nicht gefälscht sind.

 

Vorwürfe der Staatsanwaltschaft München

Die Staatanwaltschaft führt gegen den Beschuldigten Müller seit dem März 2018 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen unerlaubten Verschreibens von Betäubungsmitteln. Dem Verfahren liegt der Sachverhalt zugrunde, dass der Beschuldigte, welcher Arzt ist, in einer Vielzahl von Fällen medizinisches Cannabis ohne ärztliche Begründetheit an Patienten verschrieb. So verschrieb er an einem Tag im Stadtgebiet München 85 Patienten unerlaubt medizinisches Cannabis, an einem anderen Tag verschrieb der Beschuldigte mindestens 80 Patienten unerlaubt medizinisches Cannabis. Der Beschuldigte handelte der rechtlichen Auffassung nach in der Absicht, sich hierdurch eine Einnahmequelle von einiger Dauer und einigem Umfang zu verschaffen.

Die Staatsanwaltschaft hat wegen obigen Sachverhalts Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts München für die Arztpraxis sowie die Wohnadresse des Beschuldigten erwirkt. Die Beschlüsse wurden am 15.05.2018 vollzogen. Es wurden zwei scharfe Schusswaffen nebst Munition, ein Teleskopschlagstock sowie geringe Mengen Marihuana sichergestellt. Der Beschuldigte verfügt nicht über eine waffenrechtliche Erlaubnis. Zudem wurden umfangreiche Patientenakten sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an, derzeit werden weitere Zeugenvernehmungen durchgeführt, waffentechnische Prüfberichte erstellt sowie die Wirkstoffgutachten erholt.

 

Herr Rolf Müller arbeitete stets mit den Behörden zusammen und teilte den Cannabis-Ärzten mit:

Die Verschreibung von medizinischen Cannabis erfolgte durch mich nach strengen Vorgaben und das auch niemals ungerechtfertigt, sondern höchstens nach gegebener Indikation. Dazu bestand zu jeglicher Zeit der Kontakt mit dem Referat für Umwelt und Gesundheit und die Erfüllung aller vorausgesetzten Vorgaben, wie beispielsweise die Vorlage einer Kopie des Personalausweises und die Unterzeichnung einer Beglaubigung dass jeweilige Arztberichte des Patienten nicht gefälscht sind.

Die Verschreibung von 85 Rezepten an nur einem Tag halte ich für sehr unrealistisch.
Bei der Erstanamnese wären bei einem Arbeitstag von 10 Stunden gerade mal 20 Rezepte möglich. Bei Folgerezepten maximal 40 Stück.
Laut dem Vorwurf müssten daher im 7,5 Minuten Takt Rezepte ausgestellt worden sein, dies war jedoch nie der Fall und faktisch unmöglich.

Es werden Verlautbarungen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter unterbreitet.
Dieser habe das Praxisteam und mich mit einer Anklage zur Zahlung einer nicht vereinbarter Leistung erpressen wollen.
Dieser Mitarbeiter instrumentalisierte die Polizei um seine Forderung gegenüber mich durchzusetzen.

Demnach erfolgte die Durchsuchung der Praxis, bei der  alle Patientenakten beschlagnahmt wurden, was aus meiner Sicht einen Bruch des Patientengeheimnisses darstellt. Nach Absprache mit den Anwälten wird eine Sammelklage in Betracht gezogen.
Die Schusswaffen sind Erbstücke meines Vaters und dienen lediglich als Dekoration.
Der Besitz eines Teleskopschlagstocks ist in Deutschland nicht rechtswidrig und obliegt keiner Waffenscheinpflicht.
Das vorgefundene Marihuana in der Praxis war eine Probe von CBD Cannabis mit einem THC-Wert unter 0,2 %, was in Deutschland nicht gegen geltendes Gesetz verstößt.

 

Ungerechtfertigte Preispolitik?

Es werden 150 Euro bei derErstanamnese berechnet. Die Preise für die Erstanamnese bei zahlreichen anderen Münchener Privatärzten liegen zwischen 150 und 450 Euro.
Somit liege ich gerade mal an der unteren Grenze von 150 Euro.

Für die Kosten eines Folgerezept (60 Euro) müssen laufende Positionen bezahlt werden.
– Praxisräume bzw. Privatwohnung
– Personal
– Webauftritt
– Umsetzung von Auflagen vom Amt
– Anwaltsgebühren
– 24h telefonischer Support
– Gerichtsbesuche / Vorladungen / Reisekosten

 

Was bedeutet diese Situation für die Patienten?

Patienten haben nichts zu befürchten und können weiterhin behandelt werden.

Falls die Patienten gefälschte Befunde vorgelegt haben, wird dies im Zuge der Prüfung auffallen.
Jeder Patient musste jedoch beim Ersttermin unterschreiben das die vorgelegten Dokumente echt sind.

Weitere Betreuung der Patienten durch angestellte Ärzte falls Herr Müller Approbation entzogen wird.

 

Wir sehen hierin ein politisches Verfahren gegen Cannabis in der Medizin.