Cannabis Ärzte

Wie lange ist Cannabis haltbar?

Was hat es mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf sich? Wann wird es schlecht?

Übersicht zur Haltbarkeit

Wann läuft Medizinisches Cannabis ab?

Cannabis wird auf der ganzen Welt seit Jahrhunderten sowohl für Freizeit- als auch für medizinische Zwecke verwendet. In den letzten Jahren hat medizinisches Cannabis jedoch zahlreiche gesundheitliche Vorteile aufgezeigt und wird in verschiedenen Teilen der Welt immer mehr als alternatives Medikament anerkannt.

Mit der immer weiter steigenden Bekanntheit, treten auch sehr viele Fragen oder Unwissenheit in den Vordergrund.  Eine der häufigsten Fragen betrifft hierbei die Haltbarkeit von Cannabis. Denn immerhin findet man auf seiner Cannabs-Medizin ebenfalls ein Mindesthaltbarkeitsdatum, was der Gesetzgeber auf allen Verbrauchsgütern vorschreibt.

Hier sind ein paar Dinge, die Sie über die Haltbarkeit von Cannabis wissen sollten, wie Sie Ihr Cannabis lagern und wann Sie es entsorgen sollten.

Das Rezepturrecht der Apotheken und Rückruf

Beim Thema Verfallsdatum und Cannabis als Medizin gibt es ganz klare rechtliche Vorgaben an die sich Apotheken und auch die Hersteller halten müssen. Das Rezepturrecht besagt, dass sich die Verwendbarkeit der Cannabisblüten bei Abfüllung bzw. Herstellung um sechs Monate erweitert, da es sich um einen sog. Rezepturausgangstoff handelt.

Ist die Verwendbarkeit (also das Mindesthaltbarkeitsdatum) der Cannabisblüten auf der Originalverpackung überschritten, dürfen diese auch nicht mehr in Verkehr gebracht werden und werden entsprechend vernichtet.

Des öfteren kommt es auch vor, dass von den Herstellern bzw. Großhändlern etwaige Cannabisblüten für Stabilitätsuntersuchungen zurückgerufen werden. Dazu werden die Blüten auf den THC- und CBD-Gehalt / Fremdstoffe überprüft. Bei Bestehen dieser Labortests wird die Verwendbarkeitsfrist unter umständen verlängert und gelangen somit wieder in den Handel.

Was passiert mit Cannabis im Laufe der Zeit?

Cannabis enthält zahlreiche Verbindungen, die zu vielen seiner Eigenschaften wie der psychoaktiven Wirkung und anderen gesundheitlichen Vorteilen beitragen. Um die Frage direkt zu beantworten, ob Cannabis verdirbt, kann man bereits vorwegnehmen, dass Cannabis nicht einfach so „schlecht“ wird. Jedoch es ist so, dass wenn Cannabis Luft, Sonnenlicht und Feuchtigkeit ausgesetzt ist, sich einige Bestandteile davon verändern. Darüber hinaus sind die Änderungen an sich und die Änderungsrate von Situation zu Situation unterschiedlich, da die Lagerbedingungen variieren können.

Falls Cannabis in heißen und trockenen Bedingungen gelagert wird, findet eine chemische Reaktion statt, wobei THCA zunächst in CBNA und danach in CBN umgewandelt wird. Mit anderen Worten, die primären Eigenschaften von lagerndem Cannabis werden sich mit der Zeit immer weiter verändern. Je höher der CBN-Gehalt ansteigt, desto stärker wirkt das Cannabis als Beruhigungsmittel. Sie fühlen Sie nach der Einnahme also schläfriger und entspannter. Darüber hinaus kommt es beim Rauchen / Verdampfen während der Einnahme zu stärkeren Irritationen im Hals beim Anwender, was sich als Kratzen / Jucken bemerkbar macht.

Anbau / Verarbeitung beeinflusst die Haltbarkeit

Die Haltbarkeit von Cannabisprodukten hängt ebenfalls davon ab, wie diese angebaut und weiterverarbeitet werden.  Zum Beispiel werden Cannabisextrakte  durch gewisse Extraktionsverfahren hergestellt, die darauf abzielen, so viele Terpene und Cannabinoide wie möglich zu erhalten. Je nach Extraktionsmethode können jedoch Verunreinigungen wie Lipide oder Fette aus der Cannabispflanze und andere Substanzen zurückbleiben.

Lösungsmittelfreie Extraktionsverfahren hinterlassen mehr Verunreinigungen als solche, die Lösungsmittel beinhalten. Ein zweiter Filtrationsprozess unter Verwendung von Lösungsmitteln, der „Winterisieren“ bezeichnet wird, kann weitere Verunreinigungen entfernen. Aber diese Art der schweren Verarbeitung kann dazu führen, dass wertvolle Terpene und Cannabinoide schneller abgebaut werden.

Cannabisextrakte, die einen hohen Anteil an Lipiden oder Fetten enthalten, können schädlich wirken, wenn sie über ihr Verfallsdatum hinaus verweilen. Im Laufe der Zeit können diese Fette oxidieren, so dass, wenn jemand das Produkt bei höheren Temperaturen raucht oder oral einnimmt, sie Giftstoffe freisetzen können. Reine oder nahezu reine Extrakte, wie sie in Tinkturen und Emulsionen verwendet werden, können beim Abbau von Terpenen schnell an Wirksamkeit verlieren.

Andere Inhaltsstoffe beeinflussen die Haltbarkeit von Cannabisprodukten

Die Kombination von Cannabis mit anderen Arten von Inhaltsstoffen kann auch seine Wirksamkeit und Langlebigkeit beeinträchtigen. Cannabisextrakte in Produkten wie Cremes, Lotionen und Salben können dank der stabilisierenden Wirkung von Inhaltsstoffen wie Ölen, Duftstoffen und anderen medizinischen Substanzen länger halten als Cannabisextrakte allein. Aber auch Öle, einschließlich Cannabisöl, können nach längerer Zeit ranzig werden, insbesondere wenn die Verbraucher sie nicht richtig lagern.

Wie verlängert man die Haltbarkeit von Cannabisprodukten?

Licht, Hitze und Feuchtigkeit sind die Feinde von Cannabisprodukten aller Art. Es ist wichtig, Produkte an einem kühlen (nicht kalten), dunklen und trockenen Ort zu lagern, um sie so lange wie möglich frisch zu halten.

Cannabisblüten sollten in luftdichten Behältern vor Hitze und Licht geschützt aufbewahrt werden. Auch Öle und Konzentrate sollten von übermäßiger Hitze und Licht ferngehalten werden, die zu einer Zersetzung oder Oxidation der Inhaltsstoffe führen können.

Befolgen Sie für Produkte, die neben vielen anderen Inhaltsstoffen Cannabis enthalten, wie essbare oder topische Cremes und Salben, die üblichen Aufbewahrungsanweisungen und die angegebenen Mindesthaltbarkeitsdaten für die Produkte, die Sie haben.

Wie lange sind Cannabisprodukte generell haltbar?

Bei richtiger Lagerung können viele Cannabisprodukte monate- oder sogar bis zu einem ein Jahr lang frisch und wirksam bleiben:

  • Konzentrate wie Wachse oder Extrakte können in der Regel mehrere Monate lang verwendet werden
  • Cannabisöle können ein Jahr oder länger frisch bleiben, wenn sie vor Licht und Hitze geschützt aufbewahrt werden.
  • Topika (Salben und Cremes) können bis zu einem Jahr oder länger, wenn sie richtig gelagert werden.

Die zu erwartende Haltbarkeit von Cannabisprodukten hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Aber eine sorgfältige Lagerung und die Beachtung der eigenen Kennzeichnung eines Produkts können Ihnen dabei helfen.

Wie lange bleiben Cannabisblüten haltbar?

Bei richtiger Lagerung ist getrocknetes Cannabis zwischen 6 und 12 Monate haltbar. Mit der Zeit verliert es allerdings an Aroma und Potenz. Da Medizinisches Cannabis als reguliertes Betäubungsmittel eine gewissen Potenz vorweisen muss, setzt man hier die Haltbarkeit viel niedriger an. Meistens zwischen 3-6 Monaten.

Laut einigen älteren Untersuchungen verliert Cannabis nach ca. 12 Monaten ungefähr 16 Prozent seines THC-Gehalts und sinkt von da an immer weiter:

  • 26 Prozent weniger THC nach 24 Monaten
  • 34 Prozent weniger THC nach 36 Monaten
  • 41 Prozent weniger THC nach 48 Monaten

Wie sollte man Cannabis aufbewahren?

Die Haltbarkeit von medizinischem Cannabis hängt weitgehend davon ab, wie es gelagert wird. Wenn es permanent Sonnenlicht ausgesetzt ist, treten die Komponentenänderungen schneller auf als üblich. Des weiteren verdirbt Cannabis umso schneller, je feuchteren Bedingungen es ausgesetzt ist. Um Cannabis unter optimalen Bedingungen zu lagern, sollten es daher zunächst relativ trocken sein. Ebenfalls sollte es in einem kompakten luftdichten (abgedunkelten) Glasbehälter aufbewahrt werden. Es sollte außerhalb von feuchten Bereichen wie Badezimmer oder Kühlschrank aufbewahrt werden.

Plastiktüten und Plastikbehälter vermeiden

Verwenden Sie zur Lagerung Ihrer Cannabisblüten keine Plastiktüten oder Plastikbehälter. Das verwende Plastikmaterial kann statische Aufladung besitzen und die empfindlichen Trichome in Mitleidenschaft ziehen und somit die Wirkungsweise verfälschen. Trichome sind die winzigen, kristallähnlichen Haare auf den Blüten, die Cannabinoide und Terpene produzieren. Glasgefäße mit einem luftdichten Verschluss, wie Einmachgläser, sind hier die richtige Wahl. Diese Behältnisse können sich nicht statisch aufladen und begrenzen die Sauerstoffexposition.

Auf Luftfeuchtigkeit & Temperatur achten

Cannabis sollte am besten bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 59 bis 63 Prozent gehalten werden. Die allgemeine Temperatur sollte hierbei unter 25°C liegen.

Woran erkennt man „schlechtes“ Cannabis?

Hauptsächlich erkennt man es am Geruch der Blüten. Cannabisblüten, die ihre Blütezeit überschritten haben, riechen nicht mehr intensiv genug oder besitzen nur noch ein eingeschränktes Aroma. Manche Blüten können sogar übel riechen und schmecken, wenn es eine zu lange Lagerzeit hinter sich hat. Ebenso kann das Aussehen einen Hinweis darauf geben, ob die Blüten alt sind. Frischere Cannabisblüten sollten nicht zerbröckeln oder sich schwammig anfühlen, wenn es in kleine Portionen geteilt wird. Falls es diese Merkmale vorweist, kann es zu alt, zu trocken oder zu feucht sein.

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Ein muffiger, urinähnlicher Geruch kann auf die Bildung von Schimmelpilzen hinweisen. Schimmel ist oft nur schwer zu erkennen, wenn man nicht genau hinsieht. Es sieht normalerweise aus wie weiße pudrige oder unscharfe Flecken, von denen einige ziemlich klein sein können. Man sollte diese Stellen nicht mit den Trichomen „weiße Härchen“ verwechseln. 

Schimmel auf Cannabis verursacht wahrscheinlich keine größeren Gesundheitsprobleme, kann jedoch zu Übelkeit, Erbrechen und Husten führen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann das Einatmen von Rauch oder Dämpfen von bakterien- oder pilzhaltigem Gras zu schweren Erkrankungen oder sogar zum Tod führen. Wenn es so aussieht oder etwas komisch riecht, ist es besser, es wegzuwerfen oder erneut durch eine Apotheke überprüfen zu lassen.

Ebenfalls kann ein stark chemischer Geruch auf die Kontamination mit Pestiziden zurückzuführen sein.

Dürfen Cannabisblüten in die Kühltruhe und eingefroren werden?

Gefriertemperaturen können dazu führen, dass Trichome beim Verwenden spröde werden und abbrechen und somit die Wirkung verfälschen.

Auch im Tiefkühlzustand verschlechtert sich der THC-Wert um fast 4% pro Jahr. Bei Tiefkühlung (unter 18 Grad Celcius) verlangsamt sich dieser Prozess immer weiter. Bei Kühlschranktemperaturen verschlechtert sich THC mit einer Rate von etwa 5,4% pro Jahr. Ein Gefrierschrank eignet sich also am besten nur für die Langzeitlagerung mit möglichen Wirkungseinbußen. Ein Kühlschrank ist eher dazu geeignet, die Terpene kurzfristig zu schützen.

In mehreren Experimenten entwickelten richtig getrocknete Cannabisblüten in einem Plastikbehälter keine Eiskristalle, wenn es mehrere Monate in einen Gefrierschrank gestellt wurde. Die Trichome blieben intakt. Wenn Feuchtigkeit ein Problem darstellt, wird sie durch Vakuumversiegelung größtenteils beseitigt, obwohl der Prozess zu Quetschknospen führen kann.

Eine andere Lösung besteht darin, die Luft mit feuchtigkeitsfreiem Gas wie Kohlendioxid oder Stickstoff zu entfernen. Diese Methode eignet sich aber nicht optimal für Zuhause. Wenn Sie Cannabis in Glasbehältern einfrieren, wählen Sie schulterfreie Behälter, da Schulterbehälter eher Risse entwickeln. Metall- und Holzbehälter können auch zum Einfrieren verwendet werden.

Cannabis Apotheken auf einem Blick

Hier finden Sie ein Auszug der besten und neuesten Apotheken, die Ihnen Cannabisblüten und Extrakte verkaufen dürfen. Bedingung ist die Vorlage eines Betäubungsmittelrezepts (Privat / Kasse) von Ihrem Arzt.

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