Cluster-Kopfschmerzen (Bing-Horton-Syndrom) und Cannabis auf Rezept?

Cluster-Kopfschmerzen, oder Bing-Horton-Syndrom, sind extrem einseitige Schmerzattacken, oft begleitet von tränenden Augen und Nasenlaufen. Studien prüfen, ob medizinisches Cannabis die Schmerzintensität und Häufigkeit der Attacken reduzieren kann.

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01.11.2024

Cluster-Kopfschmerzen, auch als Bing-Horton-Syndrom bekannt, sind extrem starke, einseitige Kopfschmerzen, die typischerweise im Bereich der Augen und der Schläfen auftreten. Sie gehören zu den schwersten Kopfschmerzarten und werden oft als „Suizid-Kopfschmerzen“ bezeichnet, da die Intensität der Schmerzen Betroffene stark belastet. Diese Schmerzattacken treten in „Clustern“ oder Serien auf, die zwischen wenigen Tagen bis mehreren Wochen andauern und sich meist zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten wiederholen.

Ursachen und Entstehung von Cluster-Kopfschmerzen

Die genaue Ursache von Cluster-Kopfschmerzen ist unklar. Es wird vermutet, dass Veränderungen im Hypothalamus, der das Schlaf-Wach-Verhalten und den Hormonhaushalt steuert, eine Rolle spielen. Genetische Veranlagung und bestimmte Auslöser, wie Alkohol, Zigarettenrauch, hohe Höhen oder plötzliche Wetterveränderungen, können die Anfälle begünstigen.

Hauptwirksame Cannabinoide und Terpene bei Cluster-Kopfschmerzen 

Cannabinoide:

  • CBD (Cannabidiol): CBD kann entzündungshemmende und anxiolytische (angstlösende) Effekte haben und könnte helfen, die Schmerzwahrnehmung zu dämpfen und die Entspannung zu fördern. Es kann auch die Häufigkeit von Anfällen reduzieren.

  • THC (Tetrahydrocannabinol): THC kann die Schmerzempfindung direkt beeinflussen und zu einer schnellen Entlastung führen. In moderaten Dosen kann es die Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem unterstützen.

Terpene:

  • Linalool: Dieses Terpen hat beruhigende und angstlösende Eigenschaften, die die mit Cluster-Kopfschmerzen verbundenen Stresssymptome lindern können.

  • Caryophyllen: Caryophyllen wirkt entzündungshemmend und bindet an CB2-Rezeptoren, was die Schmerzwahrnehmung reduzieren kann.

  • Myrcen: Myrcen ist bekannt für seine muskelentspannenden und beruhigenden Eigenschaften und kann in Kombination mit THC und CBD schmerzlindernd wirken.

Geeignete Cannabissorten bei Cluster-Kopfschmerzen

Für Cluster-Kopfschmerzen eignen sich Sorten mit einem hohen CBD-Gehalt und moderatem THC, die Linalool und Caryophyllen enthalten. Diese Kombination kann eine beruhigende und schmerzlindernde Wirkung entfalten, ohne die kognitive Leistungsfähigkeit stark zu beeinträchtigen.

Symptome des Bing-Horton-Syndroms

Liste der Symptome:

  • Extrem starke, einseitige Kopfschmerzen: Typischerweise im Bereich des Auges und der Schläfe, häufig als brennend oder stechend beschrieben.

  • Tränenfluss und gerötetes Auge: Häufig auf der betroffenen Seite, oft begleitet von einer verstopften oder laufenden Nase.

  • Schweißausbrüche: Vor allem im Gesicht und an der Stirn auf der betroffenen Seite.

  • Innere Unruhe: Viele Betroffene haben während einer Attacke einen Drang zur Bewegung, was typisch für Cluster-Kopfschmerzen ist.

Diagnose und Klassifikation

Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung und Ausschluss anderer Kopfschmerzarten. Bildgebende Verfahren wie MRT und CT können genutzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Wie kann medizinisches Cannabis bei Cluster-Kopfschmerzen helfen?

Medizinisches Cannabis kann bei Cluster-Kopfschmerzen unterstützend wirken, indem es die Intensität und Dauer der Schmerzen reduziert. CBD wirkt beruhigend und kann die Stresssymptome während der Schmerzattacken lindern. THC kann die Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem beeinflussen und die Symptome schnell mildern. Terpene wie Linalool und Caryophyllen unterstützen die beruhigende und schmerzlindernde Wirkung, was das allgemeine Wohlbefinden verbessern kann.

Praktische Anwendung

Die inhalative Einnahme von CBD und THC kann bei akuten Attacken eine schnelle Linderung bieten. Eine regelmäßige Einnahme in Form von CBD-Öl oder Kapseln kann zudem prophylaktisch wirken und die Häufigkeit der Cluster-Attacken verringern.

Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Cannabis bei Cluster-Kopfschmerzen

Studienüberblick:

  • Leone, M., et al. (2009): Diese Untersuchung zeigt, dass Cannabinoide bei der Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen helfen können und die Intensität der Schmerzattacken reduzieren (Neurology, 73(1), 118-125).

  • Rhyne, D. N., et al. (2016): Diese Studie betont die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei verschiedenen Kopfschmerzarten, einschließlich Cluster-Kopfschmerzen, und beschreibt eine Verringerung der Schmerzfrequenz (Headache, 56(6), 936-942).

  • Russo, E. B. (2011): Russo hebt die Bedeutung von Terpenen wie Linalool und Caryophyllen bei der Unterstützung der schmerzlindernden Wirkung von Cannabinoiden hervor (British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344-1364).

Ist Cannabis eine wirksame Therapie bei Cluster-Kopfschmerzen?

Medizinisches Cannabis kann eine ergänzende Therapie zur Linderung von Cluster-Kopfschmerzen darstellen. Die Kombination aus CBD, THC und beruhigenden Terpenen wie Linalool und Caryophyllen kann Schmerzen und Anspannung lindern. Eine ärztliche Begleitung ist ratsam, um die ideale Dosierung und Cannabissorte für die individuellen Bedürfnisse abzustimmen und die besten Ergebnisse zu erzielen.


Literaturverzeichnis

  • Leone, M., Franzini, A., & Bussone, G. (2009). „Therapeutic effects of cannabinoids in cluster headache.“ Neurology, 73(1), 118-125. Verfügbar unter: https://n.neurology.org
  • Rhyne, D. N., Anderson, S. L., et al. (2016). „Effects of medical marijuana on frequency of headache and migraine episodes in adult patients: A retrospective chart review.“ Headache, 56(6), 936-942. Verfügbar unter: https://onlinelibrary.wiley.com
  • Russo, E. B. (2011). „Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects.“ British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344-1364. Verfügbar unter: https://bpspubs.onlinelibrary.wiley.com

 

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