Asthma Bronchiale und Cannabis auf Rezept?

Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung der Atemwege, die zu Atemnot, Husten und Engegefühl in der Brust führt. Studien deuten darauf hin, dass medizinisches Cannabis die Symptome lindern kann, indem es entzündungshemmend wirkt und die Atemwege entspannt.

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29.10.2024

Asthma bronchiale ist eine chronische Atemwegserkrankung, die durch wiederkehrende Atemwegsverengungen und entzündliche Prozesse gekennzeichnet ist. Typisch sind Symptome wie Atemnot, Husten und ein Engegefühl in der Brust. Asthma entsteht häufig durch eine übersteigerte Reaktion der Bronchien auf bestimmte Auslöser, die von Umweltfaktoren über Allergene bis zu körperlicher Anstrengung reichen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten und schränkt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein, besonders bei unbehandelten oder schwereren Fällen.

Ursachen und Entstehung von Asthma Bronchiale

Die Ursache von Asthma bronchiale liegt oft in einer Kombination aus genetischen Einflüssen und Umwelteinwirkungen. Typische Auslöser sind allergische Stoffe (wie Pollen oder Hausstaub), körperliche Belastung, Infektionen oder klimatische Bedingungen. Bei betroffenen Personen kommt es zu einer Immunüberreaktion, die eine Entzündung und Verengung der Atemwege hervorruft.

Hauptwirksame Cannabinoide und Terpene bei Asthma Bronchiale 

Cannabinoide:

  • CBD (Cannabidiol): CBD wirkt entzündungshemmend und bronchienerweiternd und kann durch seine regulierende Wirkung auf das Immunsystem Asthmaanfälle in ihrer Häufigkeit und Intensität verringern.

     

  • THC (Tetrahydrocannabinol): In niedrigen Dosen kann THC die Muskeln in den Atemwegen entspannen und Asthmasymptome mindern. Allerdings sollte die Dosierung kontrolliert erfolgen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Terpene:

  • Pinene: Als bronchienerweiternd bekannt, kann Pinene die Atemfunktion fördern und entzündliche Reaktionen mindern.

     

  • Limonen: Dieses Terpen kann stimmungsaufhellend wirken und somit stressbedingte Asthmasymptome abmildern.

     

  • Beta-Caryophyllen: Es hat entzündungshemmende Eigenschaften und unterstützt die Immunmodulation, was besonders bei chronischen Entzündungen der Atemwege hilfreich sein kann.

Geeignete Cannabissorten bei Asthma Bronchiale

 Sativa-dominante oder Hybrid-Sorten mit einem hohen CBD- und moderaten THC-Gehalt, die Pinene und Beta-Caryophyllen enthalten, gelten als vorteilhaft. Diese Sorten fördern die Bronchialerweiterung und wirken entzündungshemmend.

Symptome des Asthma Bronchiale

Liste der Symptome:

  • Atemnot und Keuchen: Bei Kontakt mit Asthma-Triggern erleben Betroffene Atemnot und ein pfeifendes Atemgeräusch.

  • Chronischer Husten: Oft tritt Husten während der Nacht oder am frühen Morgen auf und kann mit Schleimbildung einhergehen.

  • Engegefühl in der Brust: Während eines Anfalls entsteht ein starkes Druckgefühl im Brustbereich.

  • Kurzatmigkeit: Betroffene verspüren das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen, was bei Asthmaanfällen besonders ausgeprägt ist.

Diagnose und Klassifikation

Die Diagnosestellung erfolgt durch Lungenfunktionstests wie die Spirometrie und allergologische Untersuchungen. Asthma wird abhängig von der Häufigkeit und Stärke der Symptome in verschiedene Schweregrade eingeteilt.

Wie kann medizinisches Cannabis bei Asthma Bronchiale helfen?

Die Verwendung von Cannabis bei Asthma bronchiale zeigt Potenzial, insbesondere zur Linderung von Entzündungen und zur Entspannung der Bronchialmuskulatur. CBD wirkt entzündungshemmend und hilft, die Atemwege zu erweitern, was die Atmung erleichtert. THC trägt in niedrigen Dosen zur Muskelentspannung in den Atemwegen bei, wodurch akute Anfälle abgeschwächt werden können. Terpene wie Pinene fördern die Bronchienerweiterung und können zu einer verbesserten Sauerstoffaufnahme beitragen.

Praktische Anwendung

Die inhalative Anwendung mittels Vaporizer kann besonders vorteilhaft sein, da die Wirkung schnell eintritt und die Atemwege weniger belastet werden. Ein ausgewogenes Verhältnis von CBD und moderatem THC-Gehalt wird empfohlen, um die Atemwege zu beruhigen und das Wohlbefinden zu steigern.

Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Cannabis bei Asthma Bronchiale

Studienüberblick:

  • Tashkin, D. P., et al. (1975): Diese Studie zeigt, dass THC eine bronchienerweiternde Wirkung haben kann und die Atemwege bei Asthma-Patienten entlastet (American Review of Respiratory Disease, 112(3), 377-386).

  • Russo, E. B. (2011): Russo beschreibt die Synergieeffekte von Cannabinoiden und Terpenen und hebt Terpene wie Pinene hervor, die die Atemwege unterstützen können (British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344-1364).

  • Shay, A. H., et al. (2003): Diese Untersuchung hebt hervor, dass Cannabinoide entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und bei Atemwegserkrankungen wie Asthma hilfreich sein könnten (Journal of Allergy and Clinical Immunology, 111(1), 79-87).

Ist Cannabis eine wirksame Therapie bei Asthma Bronchiale?

Medizinisches Cannabis kann bei der Behandlung von Asthma bronchiale eine unterstützende Rolle spielen, vor allem durch die Linderung von Entzündungen und die Entspannung der Atemwege. Die bronchienerweiternden und entzündungshemmenden Eigenschaften von THC und CBD sowie die unterstützende Wirkung von Terpenen wie Pinene und Beta-Caryophyllen bieten Asthma-Patienten eine potenziell verbesserte Atemqualität. Eine ärztliche Aufsicht ist essenziell, um die Dosierung und die Auswahl der Sorten optimal anzupassen.

 

Literaturverzeichnis

  • Tashkin, D. P., Shapiro, B. J., & Frank, I. M. (1975). „Acute effects of smoked marijuana and oral delta-9-tetrahydrocannabinol on specific airway conductance in asthmatic subjects.“ American Review of Respiratory Disease, 112(3), 377-386. Verfügbar unter: https://www.atsjournals.org
  • Russo, E. B. (2011). „Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects.“ British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344-1364. Verfügbar unter: https://bpspubs.onlinelibrary.wiley.com
  • Shay, A. H., Choi, R., et al. (2003). „Cannabinoid effects on the immune response in allergic respiratory disease.“ Journal of Allergy and Clinical Immunology, 111(1), 79-87. Verfügbar unter: https://www.jacionline.org

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