Vorab:  So einfach wie oft in der Presse und in den Medien dargestellt ist es leider nicht!

Für welche Patienten darf medizinisches Cannabis als Arzneimittel verordnet werden?

Seit dem 10. März 2017 können Ärzte cannabishaltige Arzneimittel für Patienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung verordnen.

Für GKV-Versicherte besteht damit ein gesetzlicher Anspruch.

Aber:

Was bedeutet schwerwiegende Erkrankung ?

Welche Erkrankungen als „schwerwiegend“ zu bewerten sind, wird weder im Gesetzestext noch in der Gesetzesbegründung näher ausgeführt.

In anderen Kontexten des SGB V wird eine Krankheit jedoch dann als schwerwiegend verstanden, wenn sie lebensbedrohlich ist oder wenn sie aufgrund der Schwere der durch sie verursachten Gesundheitsstörungen die Lebensqualität auf Dauer nachhaltig beeinträchtigt.

(vgl. § 34 Abs. 1 SGB V und § 35 Abs. 2 SGB V).

Doch:

Der § 31 Abs. 6 SGB V legt als weitere Voraussetzungen fest, dass

1. eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung:

a) nicht zur Verfügung steht oder

b) im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung der/des behandelnden Vertragsarztes/-ärztin unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes der oder des Versicherten nicht zur Anwendung kommen kann

2. eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht.

(Auszug § 31 Abs. 6 SGB V)

Welche Voraussetzungen müssen zusätzlich für eine Verordnung von med. Cannabis Arzneimitteln erfüllt sein?

Bei der ersten Verordnung muss zunächst von der zuständigen Krankenkasse des Versicherten eine Genehmigung eingeholt werden.

Den Antrag können Sie sich über unseren Generator personalisiert erstellen lassen:
https://www.cannabis-aerzte.de/cannabisantrag/

Welche besonderen Pflichten bestehen für den verordnenden Arzt?

Datenübermittlungspflicht !

Der verordnende Arzt ist verpflichtet, die für die Begleiterhebung erforderlichen Daten dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in anonymisierter Form zu übermitteln (§ 31 Abs. 6 Satz 5 SGB V, § 4 Abs. 2 Cannabis-Begleiterhebungs-Verordnung–CanBV).

Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu relevanten Indikationsgebieten

Nach einer Recherche der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) liegen für Cannabisarzneimittel akzeptable wissenschaftliche Erkenntnisse bislang nur für die begleitende Behandlung von Spastiken, Übelkeit und Erbrechen durch Zytostatika (Chemotherapie) sowie chronische Schmerzen vor.

Bei chronischen Schmerzen können aber auch die bisher zugelassenen Opioide (z.B. Tilidin, Tramadol, Morphium, usw.) eingesetzt werden.

Die Voraussetzung „eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung steht nicht zur Verfügung“ fehlt also in der Regel .

Hier finden Sie eine Liste an Erkrankungen die mit medizinischen Cannabis behandelt werden können:
https://www.cannabis-aerzte.de/erkrankungen/

Eine Verschreibung von med. Cannabis bei diesen Erkrankungen ist nur NACH EINER unwirksamen Alternativtherapie möglich!