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Cannabis und das Gehirn

Ist der Konsum von Cannabisblüten schädlich für das Gehirn und gibt es Risikofaktoren?

Übersicht zum Thema

Seit Jahrtausenden eine Heilpflanze

Kaum eine Substanz ist in der Medizin so umstritten wie Cannabis. Bereits chinesische Mediziner verschrieben ihren Patienten schon vor über 1.000 Jahren Cannabis gegen verschiedenste Gebrechen. Im 11. Jahrhundert fand die Cannabispflanze Einzug in die europäische Klostermedizin und wurde gegen verschiedene Beschwerden, sowie als Ersatz für Opium verabreicht. Dennoch als Droge missbraucht, die gewisse Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen auslösen kann, wurde Sie im Jahre 1925 weltweit als Droge deklariert. Diese Ansicht hielt für Jahrzehnte an und verlangsamte die Erforschung der Mechanismen und Wirkungen dieses Arzneimittels immens. Heutzutage sind die therapeutischen Vorteile von Cannabis allgemein anerkannt und immer mehr Nationen legalisieren die medizinische Verwendung oder bewegen sich zunehmend in diese Richtung.

Eine wachsende Anerkennung des medizinischen Werts von Cannabis beantwortet jedoch nicht die Frage:
Ist der Konsum von Cannabis schlecht für das Gehirn?

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Die Cannabispflanze ist ein beeindruckendes medizinische Gewächs. Der Grund dafür sind die darin enthaltenen Cannabinoide. Die Cannabinoide sind eine Klasse von chemischen Verbindungen, die die sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren in Zellen des menschlichen und tierischen Körpers beeinflussen und dadurch Botenstoffe im Gehirn verändern können, die dann freigesetzt werden. Es gibt mindestens 113 bereits isolierte Cannabinoide von der Hanfpflanze, die verschiedene Wirkungen aufweisen. Cannabis wirkt also auf das Cannabinoidsystem des menschlichen Körpers, dessen Rezeptoren überall im gesamten Gehirn und im Körper verteilt sind. Auf diese Rezeptoren wirken auch körpereigene Moleküle, die sogenannten Endocannabinoide. Selbst heutzutage verstehen wir das Cannabinoidsystem nicht vollständig, allerdings besitzt es ein gewisses Merkmal, das uns einen großen Hinweis auf seine Funktion aufzeigt.

Wirkungsweise des Cannabinoidsystems mit Endocannabinoiden

Um eine Nachricht oder ein Signal weiterzuleiten zu können wandern sog. Neurotransmitter durch eine Synapse von einem zum anderen Neuron. Die Endocannabinoide bewegen sich hierbei jedoch in die entgegengesetzte Richtung. Wenn eine Nachricht von einem Neuron zum nächsten übergeht, setzt das empfangende Neuron Endocannabinoide frei. Diese Endocannabinoide wandern rückwärts, um das sendende Neuron zu beeinflussen und geben im Wesentlichen eine Rückmeldung vom empfangenden Neuron wieder.

Dies lässt Wissenschaftler dazu verleiten, dass das Endocannabinoidsystem in erster Linie dazu dient, andere Arten von Signalen zu modulieren – einige zu verstärken und andere zu verringern. Die Reaktionen von Endocannabinoiden verlangsamt also die Rate von neuronalen Signalen. Dies bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass es das Verhalten oder die Wahrnehmung direkt verlangsamt. Falls beispielsweise ein Signal verlangsamt wird, das den Geruch hemmt, können die Gerüche tatsächlich intensiver wahrgenommen werden.

Wirkungsweise von THC und CBD

Cannabis enthält zwei Hauptwirkstoffe. Dazu zählt das Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Es wird angenommen, dass THC in erster Linie für die psychoaktiven Auswirkungen von Cannabis auf Verhalten, Kognition und Wahrnehmung, während CBD für die nicht-psychoaktiven Auswirkungen verantwortlich ist. Genau wie die eben genannten Endocannabinoide verlangsamt das THC die Signalübertragung durch Bindung an Cannabinoidrezeptoren und zwar auf alle Rezeptoren gleichzeitig, während Endocannabinoide sich lediglich an bestimmte Rezeptoren binden, die als Reaktion auf einen bestimmten Reiz freigesetzt werden. Diese weitgefächerte Aktivität in Verbindung mit der Tatsache, dass das Cannabinoidsystem indirekt viele andere Vorgänge beeinflusst, bedeutet, dass die jeweilige Gehirnchemie, Genetik und frühere Lebenserfahrung jeder Person weitgehend bestimmen, wie das Medikament im Wesentlichen erlebt wird.

Risikofaktoren bei dem Konsum von Cannabis

Dies gilt viel mehr für Cannabis als für andere Medikamente, die ihre Wirkung über einen oder mehrere spezifische Wege erzielen. Daher sind die schädlichen Auswirkungen, falls vorhanden, von Person zu Person sehr unterschiedlich. Obwohl wir nicht genau wissen, wie Cannabis bestimmte schädliche Wirkungen hervorruft, gibt es klare Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen können. Der deutlichste Risikofaktor ist hierbei das Alter. Bei Menschen unter 25 Jahren sind Cannabinoidrezeptoren höher in der weißen Substanz im Gehirn konzentriert als bei älteren Menschen. Die weiße Substanz ist an Kommunikation, Lernen, Gedächtnis und Emotionen beteiligt. Häufiger Cannabiskonsum kann die Entwicklung der weißen Substanz stören und auch die Fähigkeit beeinträchtigen neue Verbindungen aufzubauen. Dies kann die langfristige Lernfähigkeit und Problemlösung stören. Derzeit ist unklar, wie schwer dieser Schaden sein kann oder ob er reversibel ist. Bei Menschen ist dieses Risiko umso höher je jünger jemand ist.

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Cannabis und Psychosen

Cannabis kann auch Halluzinationen oder paranoide Wahnvorstellungen verursachen. Diese als Cannabis-induzierte Psychose bekannten Symptome klingen normalerweise ab, wenn die Person aufhört, Cannabis zu konsumieren. In seltenen Fällen lässt die Psychose jedoch nicht nach, sondern entlarvt eine anhaltende psychotische Störung. Eine Familiengeschichte von psychotischen Störungen wie Schizophrenie ist der klarste, wenn auch nicht der einzige Risikofaktor für diesen Effekt.
Statistisch gesehen treten Cannabis-induzierte Psychosen häufiger bei jungen Erwachsenen auf. Allerdings ist es auch erwähnenswert, dass etwaige psychotische Störungen sowieso in dieser Altersgruppe öfter diagnostiziert werden. In diesen Fällen ist unklar, ob die psychotische Störung ohne Cannabiskonsum aufgetreten wäre – ob Cannabiskonsum sie frühzeitig auslöst, ein Katalysator für einen Wendepunkt ist, der sonst nicht überschritten worden wäre, oder ob die Reaktion auf Cannabis lediglich ein Hinweis einer zugrunde liegenden Störung ist.

In jedem Alter, wie bei vielen anderen Medikamenten auch, werden Gehirn und Körper nach wiederholtem Gebrauch weniger empfindlich gegenüber Cannabis, was bedeutet, dass mehr erforderlich ist, um die gleichen Wirkungen zu erzielen. Glücklicherweise besteht im Gegensatz zu vielen anderen Medikamenten kein Risiko einer tödlichen Überdosierung von Cannabis. Selbst starker Konsum führt nicht zu schwächenden oder lebensbedrohlichen Entzugssymptomen, wenn die Einnahme abrupt abgebrochen wird. Es gibt jedoch subtilere Formen des Cannabisentzugs, einschließlich Schlafstörungen, Reizbarkeit und depressiver Verstimmung, die innerhalb weniger Wochen nach Beendigung des Konsums vergehen.

Ist Cannabis also schlecht für Ihr Gehirn?

Es kommt ganz auf die Person darauf an, die es konsumiert. Während einige Risikofaktoren leicht zu identifizieren sind, sind andere immer noch nicht gut verstanden – was bedeutet, dass auch dann negative Auswirkungen auftreten können, wenn Sie keinen der bekannten Risikofaktoren vorweisen.

Cannabis Ärzte auf einem Blick

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