Die Einnahme von cannabinoidhaltigen Arzneimitteln können während einer Schwangerschaft irreversible Hirnschädigungen beim Baby verursachen. Die Folge sind eingeschränkte kognitive und motorische Fähigkeiten, sowie psychologische Fehlentwicklungen. In Wien diskutierten im Juni 2018, über 3000 Neuro-Pharmakologen über die Wirkung von Cannabis und cannabinoidhaltigen Medikamenten auf das Gehirn von Kleinkindern und Babys.

 

Irreversible Langzeitschäden bei Babys und Kleinkindern

Die Wirkungen von psychoaktiven Cannabinoiden, allen voran Tetrahydrocannabinol (THC) sind beim Erwachsenen eher temporär und damit reversibel, ganz im Gegenteil bei der Entwicklung des Gehirns eines Heranwachsenden, hier können gravierende und lebenslange Folgen der Fall sein. Die Gehirnentwicklung dauert im Schnitt bis Anfang oder Mitte des 20 Lebensjahres an, doch gerade in der Embryonalentwicklung finden im Gehirn innerhalb kürzester Zeit, wesentliche entwicklungsbiologische Prozesse statt. Diese können unter Einfluss von THC oder anderen Cannabinoiden wesentlich gestört werden und damit zu irreversiblen Schädigungen führen. Die Art der Schäden hängt dabei von dem Cannabiskonsum der Mutter ab und in welcher Schwangerschaftswoche sie sich gerade befindet. So werden beispielsweise in den ersten Schwangerschaftsmonaten wesentliche Grundbausteine für die motorischen Funktionen des Körpers gelegt und im zweiten Trimester geschieht die Entwicklung von wichtigen Kognitiven Funktionen, welche durch den Konsum von Cannabis wesentlich gestört und geschädigt werden können. Die Folgen für Kinder reichen daher von Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten wie Sprache, Intelligenz, Konzentration und Merkfähigkeit über motorische Fähigkeiten und psychologischen Schädigungen.

 

Schwangerschaft & Cannabis: Schäden an allen Teilen des Baby Gehirns möglich.

Die Ursache hierfür liegt an dem Cannabinoid THC, welches wie ein Schlüssel in ein Schloss auf unserem Hauptrezeptor im Gehirn passt und deshalb fast alle Bereiche des menschlichen Gehirns beeinflussen kann. Denn unsere Cannabinoidrezeptoren sind während der Entwicklung des Gehirns dafür da, wichtige Verbindungen von Nervenzellen untereinander zu regeln. Durch das Verbinden der THC-Moleküle mit diesen Rezeptoren werden physiologische Funktionen so modifiziert, dass in Phasen der Gehirnentwicklung, wichtige Verbindungen zwischen den Nervenzellen nicht zu Stande kommen oder falsch verbunden werden.

 

Vorsicht vor cannabinoidhaltigen Medikamenten in der Schwangerschaft!

Daher ist es besonders wichtig, dass Frauen die sich in einer Schwangerschaft befinden kein THC zu sich nehmen, das gilt für alle Medikamente die den Wirkstoff THC enthalten bzw. sollte vor Einnahme solcher Arzneimittel ein Facharzt konsultiert werden, der den Nutzen und das Risiko für Mutter und Kind genau abschätzen kann.

Das Endocannabinoidsystem

 Quellen: (Paediatr. Paedolog. Austria2018, Springer-Verlag GmbH Austria; Presseaussendung IAKW-AG – Austria Center Vienna, 14. Juni 2018)