Reisen mit Cannabis (Inland / Ausland)

Cannabis Ärzte

Darf ich meine Cannabis Medizin mit in den Urlaub nehmen?

Übersicht zu Reisen

Mit dem neuen Gesetz zu Cannabis als Medizin wurde medizinisches Cannabis in Deutschland verkehrsfähig.
Seitdem darf man es mit ins europäische Ausland nehmen. Viele weitere andere Staaten verbieten allerdings den Import.

Alle Cannabispräparate, egal ob Fertigpräparat, Extrakt oder Blüte, werden als so genannte „verkehrsfähige Betäubungsmittel“ verschrieben und gehandelt. Da in den meisten Ländern lediglich Sativex, Marinol, Dronabinal, oder Canames zugelassen sind, darf man aus diesen Ländern auch nur diese Präparate mit in den Urlaub oder auf die Geschäftsreise nehmen.

Dazu bedarf es einer „Bescheinigung für das Mitführen von Betäubungsmitteln im Rahmen einer ärztlichen Behandlung – Artikel 75 des Schengener Durchführungsabkommens“, die jedes EU-Mitgliedsland ausstellen kann. Dazu muss ein Patient in Deutschland ein Formular vom behandelten Arzt ausfüllen und es auf der zuständigen Gesundheitsbehörde (Landesgesundheitsamt) abstempeln lassen.

Schengenformular herunterladen

In Deutschland sind das die jeweiligen Landesgesundheitsämter, die manchmal für die Bearbeitung eine geringe Gebühr erheben. Das Durchführungsabkommen wurde eingeführt, um den Betäubungsmittelverkehr im medizinischen Bereich innerhalb der EU zu vereinfachen und berechtigt deshalb sowohl zum Export aus dem ausstellenden Land als auch zum Import in andere EU-Staaten.

Ausgestattet mit einem solchen Schein darf ein Patient einen 30-Tage Bedarf seiner Medizin mit sich führen.
Bei Flugreisen muss die Medizin zusammen mit der Kopie des Rezepts und der Bescheinigung im Handgepäck mitgeführt werden.

Liste der Landesgesundheitsämter zur Beglaubigung.

In welche Länder darf importiert werden?

Diese Regelungen gelten nur für Bürger aus den Vertragsstaaten des Schengener Abkommens

Medizinisches Cannabis aus der EU ausführen

Wer medizinisches Cannabis in ein Nicht-EU Land mitnehmen muss, kann den Export aus Deutschland mit einem speziellen Formular beantragen, das zum Export eines 30-Tage Bedarfs berechtigt. Parallel dazu muss sich der Patient eine Import-Genehmigung des Ziellandes besorgen.

Reiseformular NICHT-EU herunterladen

Das kann nur dann funktionieren, wenn beide Länder über ein medizinisches Cannabisprogramm auf Bundesebene verfügen, da Einreiseformalitäten weltweit von Bundesbehörden kontrolliert werden. Für Jamaika zum Beispiel ist das kein Problem, aber viele Staaten erteilen noch keine Importgenehmigung für medizinisches Cannabis.

Folgende Vorgehensweise wird vom BfArM empfohlen:

  • Abklärung der Einfuhrmodalitäten über diplomatische Vertretung des Reiselandes
         Kontakte über www.auswaertiges-amt.de
  • Mitnahme von BtM nicht möglich? → Ist eine Verschreibung vor Ort möglich?
  • Wenn nein: Mitnahme nur über Ein- und Ausfuhrgenehmigung möglich, die bei der Bundesopiumstelle beantragt werden muss
    (Achtung: umfangreiches Verfahren!)

Grundsätzlich rät die Bundesopiumstelle betroffenen Personen, sich beim Mitführen von Betäubungsmitteln auf Reisen eine mehrsprachige Bescheinigung vom Arzt ausstellen zu lassen. Diese muss ebenfalls von der zuständigen Landesgesundheitsbehörde beglaubigt werden.

Cannabis als Medizin innerhalb Europas

Es beschließen immer mehr europäische Länder, den Ärzten die Möglichkeit zu geben, Medizinalhanf zur Behandlung bestimmter Gesundheitszustände zu verschreiben.

Allerdings erfordert der der Verkauf von Cannabis eine Lizenz der staatlichen Aufsichtsbehörden. Medizinische Cannabisprodukte müssen registriert und ihre Wirksamkeit durch wissenschaftliche Forschung nachgewiesen werden. Nach der Registrierung werden die Produkte für schwerkranke Patienten verfügbar sein. Zu diesen zählen Patienten, die an Multipler Sklerose, schweren Formen von Epilepsie und HIV/AIDS leiden.

Die Erteilung der erforderlichen Genehmigungen für klinische Studien erfolgt durch die staatliche Arzneimittelkontrollbehörde.

Cannabis auf Rezept in Deutschland

Wenn Sie innerhalb Deutschlands reisen und Ihr medizinische Cannabis mitnehmen möchten, besteht normalerweise keine Notwendigkeit, ein besonderes Formular auszufüllen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass in Deutschland bestimmte Vorschriften für den Besitz und die Verwendung von medizinischem Cannabis gelten. Daher ist es ratsam, Ihre medizinischen Unterlagen und eine Kopie Ihrer Verschreibung bzw. der Rezepte bei sich zu tragen, um zu belegen, dass Sie das Medikament aus medizinischen Gründen verwenden. Je mehr Unterlagen Sie bei sich tragen, desto glaubwürdiger wird Ihre Therapie mit Cannabis.

Wenn Sie kein Attest des Arztes vorweisen können, sodass Sie sich bereits außerhalb der Einstellungsphase befinden, sollten Sie auch nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, falls Sie kurzfristig Cannabis konsumiert haben sollten. Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass Sie als Konsument von der Polizei stigmatisiert werden und entsprechende Drogentests durchführen müssen (obwohl Sie Patient sind). Darüber hinaus sind Polizisten auch angewiesen bei etwaigen „Drogenfahrten“ Patienten bei der Fahrerlaubnisbehörde zu melden, sodass Sie mit einer Anordnung zur MPU rechnen müssen.

Hier erfahren Sie mehr über die MPU-Anordnung.

Erläuterungen zum Importstatus von Cannabisblüten in EU-Ländern​

In Belgien ist Medizinisches Cannabis legal, hauptsächlich für das Medikament Sativex. Der Besitz kleiner Mengen für den persönlichen Gebrauch ist entkriminalisiert​

Medizinisches Cannabis ist in Dänemark legal. Ein Pilotprogramm wurde 2018 gestartet. Der Freizeitgebrauch bleibt illegal, aber der Besitz kleiner Mengen wird in der Regel nur mit einer Geldstrafe geahndet​

Medizinisches Cannabis ist seit 2017 in Deutschland legal und wird importiert. Der Freizeitgebrauch ist ab Juli 2024 durch Cannabis-Clubs reguliert, wo Mitglieder bis zu 50 Gramm pro Monat erwerben können​. Seit 01. April 2024 wurde Cannabis Teillegalisiert und Konsumenten dürfen Zuhause anbauen und 3 Pflanzen besitzen. Die Grenze von 50 Gramm im Monat darf aber nicht überschritten werden. Überproduktion muss vernichtet werden.

Medizinisches Cannabis ist seit 2005 in Estland legal, jedoch gibt es noch kein umfassendes Programm. Der Besitz kleiner Mengen ist entkriminalisiert​

Medizinisches Cannabis ist seit 2008 in Finnland legal, wird aber nur in Einzelfällen verschrieben. Der Freizeitgebrauch ist illegal, aber der Besitz kleiner Mengen wird oft nur mit einer Geldstrafe geahndet

Nur Cannabis-basierte Medikamente sind in Frankreich legal, und es gibt ein begrenztes medizinisches Programm. Der Freizeitgebrauch ist illegal, jedoch wurden die Strafen für den Besitz kleiner Mengen 2018 reduziert​

Medizinisches Cannabis ist in Griechenland legal. Der Freizeitgebrauch bleibt illegal​

Medizinisches Cannabis ist seit 2019 in Irland legal und es gibt ein Pilotprogramm, das 2024 weitergeführt wird​

Medizinisches Cannabis ist seit 2013 in Italien legal. Der Freizeitgebrauch ist illegal, aber der Besitz kleiner Mengen wird oft toleriert

Medizinisches und Freizeit-Cannabis sind in Lettland illegal. Der Besitz kleiner Mengen (bis zu einem Gramm) ist entkriminalisiert und wird als Ordnungswidrigkeit behandelt​

Medizinisches und Freizeit-Cannabis sind in Liechtenstein illegal. Es ist jedoch die Nutzung von Sativex und Epidiolex für medizinische Zwecke erlaubt

Medizinisches Cannabis ist seit 2018 in Litauen legal, aber das Programm ist begrenzt. Freizeit-Cannabis ist illegal, aber der Besitz kleiner Mengen wird als Ordnungswidrigkeit behandelt​

Medizinisches Cannabis ist seit 2015 in Kroatien legal. Der Freizeitgebrauch bleibt illegal, aber der Besitz kleiner Mengen wird als Ordnungswidrigkeit behandelt​

Medizinisches Cannabis ist in Luxemburg legal. Der Besitz und Anbau kleiner Mengen für den persönlichen Gebrauch sind entkriminalisiert​

Der Freizeitgebrauch und medizinisches Cannabis sind in Malta legal. Der Besitz und Anbau kleiner Mengen für den persönlichen Gebrauch sind erlaubt​

Cannabis ist in der Niederlande technisch illegal, aber der Besitz und Verkauf kleiner Mengen in Coffeeshops wird toleriert. Medizinisches Cannabis ist legal und reguliert​

Medizinisches Cannabis ist in Norwegen legal. Der Besitz kleiner Mengen für den persönlichen Gebrauch ist entkriminalisiert und wird oft nur mit einer Geldstrafe geahndet​

Medizinisches Cannabis ist in Nordmazedonien legal und das Land hat begonnen, international zu exportieren. Der Freizeitgebrauch bleibt illegal

Medizinisches Cannabis ist in Österreich legal. Der Freizeitgebrauch ist illegal, aber der Besitz kleiner Mengen ist entkriminalisiert

Medizinisches Cannabis ist seit 2017 in Polen legal und wird hauptsächlich importiert. Der Freizeitgebrauch bleibt illegal, aber der Besitz kleiner Mengen ist entkriminalisiert​

Medizinisches Cannabis ist in Portugal legal. Der Besitz kleiner Mengen für den persönlichen Gebrauch ist entkriminalisiert​

Medizinisches Cannabis ist unter bestimmten Bedingungen in Schweden legal, wenn es von der schwedischen Arzneimittelbehörde zugelassen wird. Freizeit-Cannabis bleibt illegal und wird streng kontrolliert

Medizinisches Cannabis ist legal. Der Freizeitgebrauch ist teilweise entkriminalisiert. Der Besitz kleiner Mengen wird oft nur mit einer Geldstrafe geahndet. Die Schweiz hat im Jahr 2023 in mehreren Städten Versuche mit legalem Cannabis  über Abgabestellen gestartet.

Medizinisches Cannabis ist in der Slowakei legal, jedoch stark reguliert. Der Freizeitgebrauch ist illegal​

Medizinisches Cannabis ist in Slowenien legal, jedoch stark reguliert. Der Freizeitgebrauch ist illegal​

Insgesamt ist die Rechtslage in Spanien kompliziert. Der Anbau und Konsum von Cannabis für den persönlichen Gebrauch ist in privaten Räumen erlaubt und in Cannabis Social Clubs teilweise entkriminalisiert. Cannabis auf der Straße bei sich zu tragen, ist wiederum ein Straftatbestand. Medizinisches Cannabis ist legal, aber es gibt kein nationales Programm​. 

Medizinisches Cannabis ist seit 2013 legal. Der Besitz kleiner Mengen für den persönlichen Gebrauch ist entkriminalisiert. Der Handel im großen Stil wird mit Freiheitsstrafen geahndet.

Medizinisches und Freizeit-Cannabis sind in Ungarn illegal. Ungarn hat auch gegen die internationale Anerkennung der medizinischen Nutzung von Cannabis gestimmt

Medizinisches Cannabis ist seit 2019 in Zypernlegal. Der Freizeitgebrauch bleibt illegal​

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