Wer bekommt Cannabis auf Rezept?

Es sind in der Regel unheilbar, chronisch Erkrankte, welchen Cannabis als Medikament verordnet wird. Eine exakte Definition der Krankheitsbilder gibt es im Gesetz nicht.
Diese Patienten lassen sich in 5 Gruppen unterteilen:

  • Patienten mit chronischen Schmerzen, dazu gehören auch Phantomschmerzen und Migräne
  • Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie, Multipler Sklerose oder Tourette.
  • Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder ADHS.
  • Patienten mit chronisch, entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma, Morbus Crohn.
  • Krebs- oder HIV-Patienten.

Wie komme ich zu Cannabispräparaten auf Rezept?

  1. Schritt: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihr Anliegen und das Thema „Cannabis als Therapeutikum“.
  2. Schritt: Generieren Sie das Antragsformular zur Kostenübernahme für medizinisches Cannabis genau hier >> Zum Patientenantrag <<
  3. Schritt: Füllen Sie dieses Formular gewissenhaft selbst aus und lassen Sie es vom Arzt kontrollieren, abstempeln und unterschreiben oder füllen Sie es zusammen mit Ihrem Arzt aus.
  4. Schritt: Bei einer Kostenübernahme gehen Sie zu Ihrem Arzt und lassen Sich ein BTM- Rezept (gelb) verordnen.
  5. Schritt: Rezept bei der Apotheke einlösen >> Hier finden Sie Lieferbestände von Apotheken <<

Die Entscheidung über die Kostenübernahme für medizinisches Cannabis muss innerhalb von 3 Wochen nach Antragseingang erfolgen. Bei Hinzunahme des MDK beträgt die Entscheidungsfrist 5 Wochen. Bei einer Verordnung einer spezialisierten ambulanten Palliativversorgung beträgt die Frist nur drei Tage. Sollten die Krankenkassen sich nicht an die verbindlichen Fristen halten, gilt die Kostenzusage als erteilt.

Sie können Sich von Ihrem Arzt auch ein Privatrezept über Cannabisblüten ausstellen lassen. Dann müssen Sie allerdings diese selber zahlen. Diese Variante ist geeignet für Patienten ohne Cannabis- Erfahrungen, Sie gibt Ihnen die Möglichkeit die Wirkung und Tauglichkeit der Cannabisblüten für sich zu testen, ohne den bürokratischen Aufwand einer Antragstellung zur Kostenübernahme von Cannabisblüten bei der Krankenkasse.

Das korrekt ausgefüllte Rezept

Bei der Rezeptprüfung sind folgende Informationen notwendig:

  • Ausstellungsdatum: Das Rezept muss innerhalb von sieben Tagen nach der Ausstellung in der Apotheke vorgelegt werden.
  • Angabe der Blütensorte: Die Cannabis-Sorte muss explizit genannt werden, da sich die Sorten in ihrem Wirkstoff-Gehalt unterscheiden. Eine reine Wirkstoffverordnung unter Angabe des THC-Gehalts ist nicht zulässig.
  • Dosierungsangabe: Wurde die Gebrauchsanweisung nur mit dem Hinweis „Gemäß schriftlicher Anweisung“ auf dem Rezept kenntlich gemacht, so muss die Anweisung der Apotheke zusätzlich in schriftlicher Form vorliegen. Grund dafür ist die Kennzeichnungspflicht der Primärverpackung. Fehlt eine zusätzliche schriftliche Anweisung, darf die Rezeptur bis zur Klärung nicht hergestellt werden.
  • Arztstempel: Grundsätzlich darf jeder Arzt Betäubungsmittel verordnen – ausgenommen davon sind Zahnärzte und Tierärzte, die nicht berechtigt sind, Cannabis als Medizin zu verschreiben.
  • Menge/Höchstmengen: Die gesetzlich festgelegten Höchstmengen müssen eingehalten werden. (max. 100gr/ Monat – darüber hinaus ist ein Ausnahmegenehmigung erforderlich)

Cannabis BTM Rezept Ausfüllhinweise

Verordnung von Cannabisblüten

Cannabisblüten können entweder für die Zubereitung eines Tees oder zur Inhalation verordnet werden.

Notwendige Informationen im Verordnungsfeld:

  • Begriff “Cannabisblüten”,
  • zusätzlich die genaue Sorte,
  • ggf. ein Verweis auf die NRF-Vorschrift 22.14 “Cannabisblüten zur Teezubereitung” oder auf die NRF-Vorschrift 22.12 “Cannabisblüten zur Inhalation”. Die beiden NRF-Ziffern besagen, dass die Cannabisblüten in der Apotheke zerkleinert, gesiebt und abgefüllt werden.
  • Verordnungsmenge: Sie darf innerhalb von 30 Tagen maximal 100 g betragen. Muss eine größere Menge verschrieben werden, so muss das Ausnahmekennzeichen “A” gesetzt werden. Die Abgabe kann in Form loser Blüten erfolgen, oder von der Apotheke in Einzeldosen abgefüllt werden, z.B. 30 Einzeldosen zu 50 mg
  • Dosierung: Entweder greift der Vermerk “Gemäß schriftlicher Anweisung” oder die exakte Dosierungsangabe erfolgt an dieser Stelle, z.B. “1 x tgl. 0,5 g in = 0,5 l Wasser 60 Minuten kochen, 1 TL Butter/Sahne zugeben” oder “1 x tgl. abends eine Einzeldosis (50 mg) verdampfen und inhalieren”.

Für die Teezubereitung erhält der Patient einen 1,7 ml Dosierlöffel (1 Löffel entspricht etwa 0,25 g Blüten, für die Inhalation einen 1 ml Dosierlöffel (1 Löffel entspricht etwa 0,1 g Blüten).

Verordnung von Dronabinol

Dronabinol wird v.a. in Form von öligen Tropfen (NRF 22.8) zur Einnahme, ethanolischen Tropfen zur Inhalation oder als Kapseln (NRF 22.7) verschrieben.

  • Die Dronabinol-Rezeptur sollte die Angabe über die enthaltene Menge THC pro Tropfen enthalten.
  • Zur Inhalation wird Dronabinol als 2,5 %ige ethanolische Lösung verwendet
  • Apotheken können auch Kapseln mit 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Dronabinol herstellen
  • Die Dosierung der Kapseln muss auf dem Rezept vermerkt sein.
  • Innerhalb von 30 Tagen dürfen maximal 500 mg (0,5 g) Dronabinol verschrieben werde

Verordnung von Sativex®

Sativex® ist ein standardisierter Vollextrakt aus der Cannabispflanze mit 2,7 mg THC, 2,5 mg CBD und anderen Cannabinoiden in jedem Sprühstoß.

  • Bei der Verordnung gibt der Arzt auf dem Rezept an, wie viele Sprühstöße zu welcher Tageszeit eingenommen werden sollen.
  • Aus einer Flasche können 95 Sprühstöße entnommen werden.
  • Da es sich um ein standardisiertes Arzneimittel handelt, muss die THC-Konzentration nicht gesondert angegeben werden.

Verordnung von Canemes®

Canemes® ist ein nabilonhaltiges Fertigarzneimittel, das ausschließlich in 1 mg Kapseln mit einer Packungsgröße von 28 Kapseln verfügbar ist.

  • Die Einnahmehäufigkeit wird auf dem Rezept angegeben.

Verordnung von Cannabisblütenextrakt

Bei den Cannabisblütenextrakten handelt es sich um eine ölige Lösung verschiedener Cannabinoide, deren THC-Gehalt auf 5 % eingestellt ist.

  • Je nach Dosierungsangabe auf dem Rezept, erstellt die Apotheke eine Lösung in der gewünschten Konzentration (z.B. 25 mg THC/ml).
  • Die Lösung kann entweder als Tropfen oder als Pumpspray eingenommen werden.